Unternehmerforum

40 Unternehmen tauschen sich aus über Erfahrungen der Beschäftigung von Geflüchteten

Am 22. März 2018 lud das Beratungsnetzwerk „BLEIB in Hessen II“ und das „Netzwerk Unternehmen integrieren Flüchtlinge“ des Deutschen Industrie- und Handelskammertages e.V. (DIHK) Geschäftsführerende und Personalverantwortliche sowie zahlreiche Experten und Expertinnen in die Lück-Akademie nach Gießen ein zum „Unternehmerforum: Geflüchtete Menschen in Arbeit“.

Mittlerweile beschäftigt jeder vierte mittelständische Betrieb in Deutschland geflüchtete Menschen, so die jüngste Umfrage unter 2000 deutschen mittelständischen Unternehmen (Ernst & Young, Februar 2018). Zwei Drittel der Betriebe sind demnach der Ansicht, dass geflüchtete Menschen dazu beitragen werden, den Fachkräftemangel zu mildern. Grund genug für die beiden Netzwerke, genauer hinzuschauen und einen Erfahrungsaustausch von Unternehmen anzuregen. Denn es sind noch viele Fragen zur Einstellung von Geflüchteten offen.

„Das Unternehmerforum bot die Möglichkeit für Betriebe, aus den Erfahrungen anderer Betriebe zu lernen und mit Hilfe von Expert/innen Lösungswege für einen erfolgreichen Einstellungsprozess zu finden“ erklärt Angelika Funk, Vorsitzende des Mittelhessischen Bildungsverbandes e.V. (MBV), dem Trägerverein des Beratungsnetzwerkes „BLEIB in Hessen II“.

Istayfo Turgay, ehrenamtlicher Kreisbeigeordneter des Landkreis Gießen, freut sich über das große Interesse seitens der Unternehmen: "Wir brauchen engagierte Betriebe, die die Chance nutzen, Geflüchtete einzustellen - nicht zuletzt aufgrund des Fachkräftemangels. Jeder Fall ist anders: In der Einstellung von Geflüchteten sollte es deshalb besonders um individuelle Betrachtung gehen. Dies gelingt im Zusammenspiel unterschiedlicher Akteure, die auch beim heutigen Unternehmensforum zusammenkommen. Hier sehe ich die große Chance für alle Beteiligten." 

Auch Thomas Becker, Pressereferent des „NETZWERKs Unternehmen integrieren Flüchtlinge“, betont die Bedeutung von Netzwerken: „Für Unternehmen ist es wichtig, vorhandene Netzwerke zu nutzen, um Erfahrungen auszutauschen, denn für viele Herausforderungen haben Andere schon praktische Lösungen gefunden. Gleichzeitig helfen Netzwerke, Fachwissen aufzubauen und Akteure kennen zu lernen, die die betriebliche Integration unterstützen.“

Während der Veranstaltung sprach Becker, mit den Ausbildungs- und Personalverantwortlichen der Lück-Akademie, der Frankfurter Restaurantkette MoschMosch und der Elkamet Kunststofftechnik GmbH aus Biedenkopf. Ralf Schmidt, Ausbildungsleiter bei Elkamet, berichtet über Erfahrungen im eigenen Betrieb: „Seit 2015 bilden wir zwei Geflüchtete zu Verfahrensmechanikern aus. Derzeit bereiten wir sie intensiv auf die theoretische Abschlussprüfung im Sommer vor. Wenn sie bestanden haben, werden wir sie unbefristet übernehmen.“

Rund 40 Vertreter und Vertreterinnen von Unternehmen, darunter Maler- und Baubetriebe, technische Unternehmen, Zeitarbeitsfirmen, Einzelhandel, Verwaltungen und ein Geldinstitut, sprachen mit den Expert/innen von BLEIB in Hessen II und DIHK, dem IQ Netzwerk Hessen, IHK sowie Arbeitsagenturen und Jobcentern und Trägern weiterer Beratungs- und Unterstützungsangebote über ihre Erfahrungen mit geflüchteten Mitarbeiter/innen.

„BLEIB in Hessen II“ und der Mittelhessische Bildungsverband e.V. standen dabei moderierend zur Seite und wollen auch weiterhin Ansprechpartner für Betriebe sein, um für die Zukunft tragfähige Konzepte für die Integrationsarbeit aufzubauen. Interessierte Unternehmen können sich gern bei den Veranstaltern melden. Mehr zu „BLEIB in Hessen II“ finden Sie unter www.bleibin.de. Zum „NETZWERK Unternehmen integrieren Flüchtlinge“ unter www.unternehmen-integrieren-fluechtlinge.de.

Vertreter/innen aus 40 Unternehmen kamen mit Expert/innen zusammen beim Unternehmerforum

  Ralf Schmidt (re.), Ausbildungsleiter von Elkamet Kunsstofftechnik GmbH in Biedenkopf beschäftigt seit 2015 Geflüchtete. Im Interview mit Thomas Becker vom NETZWERK Unternehmen integrieren Flüchtlinge (mitte) berichtet er, wie er über den engen Kontakt mit der Berufsschule und über Buddies durch andere Azubis guten Erfolg hatte.  Sigrid Schneider (li.), Ausbildungsleiterin von Lück-Personalmanagement, hat z.B. Fahrgemeinschaften zum Arbeitsort eingeführt. Auch das trägt zur Integration bei. Andreas Zimmerman von, MoschMosch (re.).  Andreas Zimmermann (re.), Ausbildungsleiter der Restaurantkette MoschMosch möchte Betrieben die Angst vor der Einstellung von Geflüchteten nehmen. In den japanischen Nudelbars beschäftigt er 350 Mitarbeitende aus 40 verschiedene Nationen und hat sehr gute Erfahrungen gemacht. Er sagt, man solle sich Hilfe holen aus den vorhandenen Netzwerken und Angeboten.

Vertreter/innen aus 40 Unternehmen kamen mit Expert/innen zusammen beim Unternehmerforum

Ralf Schmidt (re.), Ausbildungsleiter von Elkamet Kunsstofftechnik GmbH in Biedenkopf beschäftigt seit 2015 Geflüchtete. Im Interview mit Thomas Becker vom NETZWERK Unternehmen integrieren Flüchtlinge (mitte) berichtet er, wie er über den engen Kontakt mit der Berufsschule und über Buddies durch andere Azubis guten Erfolg hatte:

Sigrid Schneider (li.), Ausbildungsleiterin von Lück-Personalmanagement, hat z.B. Fahrgemeinschaften zum Arbeitsort eingeführt. Auch das trägt zur Integration bei. Andreas Zimmerman von, MoschMosch (re.).

Andreas Zimmermann (re.), Ausbildungsleiter der Restaurantkette MoschMosch möchte Betrieben die Angst vor der Einstellung von Geflüchteten nehmen. In den japanischen Nudelbars beschäftigt er 350 Mitarbeitende aus 40 verschiedene Nationen und hat sehr gute Erfahrungen gemacht. Er sagt, man solle sich Hilfe holen aus den vorhandenen Netzwerken und Angeboten.